Wärmenetzkataster für Tirol

Tirol energieautonom 2050 - Wärmebereich spielt zentrale Rolle

Das Land Tirol verfolgt mit seiner Energiestrategie Tirol 2050 das Ziel, bis zum Jahr 2050 energieautonom zu werden. Tirols Energiebedarf soll bis 2050 im Jahressaldo aus heimischen erneuerbaren Ressourcen gedeckt werden. Sämtliche verfügbaren Energieressourcen werden bestmög­lich einzusetzen sein. Dem Wärmebereich kommt besondere Bedeutung zu. Er verursacht insgesamt rund 50% des gesamten Endenergiebedarfs in Tirol. Der Gebäude-Wärmebedarf macht (mit Warmwasser- sowie Heizwärmebedarf < 100°C) macht dabei den Großteil aus. Gegenwärtig sind fossile Energieträger in der Wärmebedarfsdeckung noch stark vertreten.

Fossilfreie Wärmebereitstellung durch Nah-/Fernwärme

Die fossilen Energieträger zur gebäudebezogenen Wärmebedarfsdeckung sind nach und nach zu verdrängen. Die Wärmeversorgung der Tiroler Haushalte, Industrie- und Gewerbebetriebe ist langfristig mit Wärme aus erneuerbaren Energiequellen zu decken. Die Wärmebereitstellung soll künftig vor allem auf Basis von Nah- und Fernwärme, Umweltwärme sowie Biomasse-Heizanlagen erfolgen. Gemäß der gegenwärtig in Abstimmung befindlichen Studie Zielszenarien Tirol 2050/2040 wird der absolute Bedarf an Fernwärme gegenüber heute in etwa konstant bleiben: Künftig werden jedoch (bedingt durch die energieeffizienter werdenden Gebäude) zunehmend mehr Gebäude mittels Fernwärme zu versorgen sein. Die bestehende Nah-/Fernwärmeversorgung in Tirol ist auszubauen.

Schaffung eines gesamthaften Überblicks: Nah- & Fernwärmevärmeversorgung in Tirol

Eine wesentliche Basis für einen planvollen Ausbau der Wärmenetze durch die Tiroler Gemeinden stellt das Wissen um die gegenwärtige Nah-/Fernwärmeversorgung in Tirol dar. Ein solcher Überblick fehlt.

Im Rahmen des Projektes Wärmenetzkataster Tirol 2020 soll diese Grundlage geschaffen werden. Dazu erfolgt gegenwärtig die Erhebung der wesentlichen Nah- und Fernwärmenetze in Tirol. Über eine Anfrage bei insgesamt über 80 Heizanlagen-Betreibern (mit jeweils mindestens fünf Wärme-Abnehmern) werden Daten zu den bestehenden Versorgungsnetzen und Kenndaten der Heizzentralen sowie zu geplanten Erweiterungen erhoben. Die Resonanz auf die Erhebung ist groß. Über die Hälfte der angefragten Betreiber haben bereits Daten zu ihren Wärmenetzen übermittelt.

Geplante Veröffentlichung über die Plattform tiris

Das Land plant, die Ergebnisse aus dem Projekt -und damit die nah-/fernwärmeversorgten Gebiete in Tirol in datenschutzrechtlich geeigneter Darstellungsform über die tiris-Anwendung des Landes zu veröffentlichen. Die Art der Darstellung erfolgt dabei in enger Abstimmung mit den Heizanlagen-Betreibern, dem Tiroler Heizwerkeverband und dem Land Tirol. Durch die Veröffentlichung via tiris sollen die Informationen einem breiten Anwenderkreis, v.a. den Gemeinden, zur Verfügung gestellt werden und können so u.a. beispielsweise für die Alternativenprüfungen (nach Tiroler Bauordnung) herangezogen werden.

Grobe Abschätzung des gebäudebezogenen Wärmebedarfs

In Ergänzung zur Erhebung der bestehenden, leitungsgebundenen Wärmeversorgung in Tirol erfolgt im Projekt Wärmenetzkataster raumbezogen eine Grob-Abschätzung des gebäudebezogenen Wärmebedarfs. Die Abschätzung wird GIS-basiert unter Verwendung des Open-Data Gebäudebestands-Datensatzes des Landes Tirol durchgeführt. Die resultierenden Wärmedichten können als grobe Basis unterstützend zur Eruierung möglicher Erweiterungsgebiete für Wärmenetze eingesetzt werden.

Weitere Informationen & Kontakt

Dipl.-Geogr. Pamela Blome
Energie, Ressourcen
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