Erhebung von Trinkwasserkraftwerks-Potenzialen

Trinkwasserkraftwerke sind lokale Wertschöpfung

Trinkwasserkraftwerke können zur Erreichung der energiestrategischen Ziele des Landes Tirol sowie des Bundes unter anderem dadurch beitragen, dass sie neben bzw. gerade durch die Produktion Grünen Stroms zur langfristigen wirtschaftlichen Konsolidierung von Gemeinden führen. Damit entwickeln sie auch eine gewisse Signalwirkung und setzen weitere Innovationsprozesse in Gang. Nicht zuletzt ist auch die regionale Wertschöpfung von Bedeutung, die durch die Vergabe der Planungs- und Bauarbeiten an eingesessene regionale Unternehmen entsteht.
Die Wirtschaftlichkeit von Trinkwasserkraftwerken ist dabei von zahlreichen Faktoren abhängig – wie z.B. der Fallhöhe, der Schüttung der Quellen, aber auch von Alter der Druckstufe der Rohre, von den gegebenen Einspeisemöglichkeiten ins örtliche Stromnetz bzw. den Eigenverwertungsmöglichkeiten, von Synergieeffekten durch Sektorkopplung etc.

Zahlreich umgesetzt, dennoch viel Potenzial vorhanden

In den letzten Jahren wurden bereits in etlichen Gemeinden im Zuge von Neuerschließungen und Leitungssanierungen Trinkwasserkraftwerke errichtet. Damit liegt ein gewisser „Schatz“ an Best-Practice-Beispielen vor, die als Referenzprojekte herangezogen werden können. Ob allerdings trotz eigentlich vorhandenen Potenzials ein Trinkwasserkraftwerk errichtet wird, hängt im Wesentlichen von Engagement und Findigkeit Einzelner und dem Zusammentreffen begünstigender Umstände ab – wobei der Finanzkraft der Gemeinde selbstredend eine große Rolle zukommt.

Umfassende Potenzialerhebung für forcierten Ausbau notwendig

Um die vorhandenen Potenziale optimal erschließen und nutzen zu können, erscheint eine umfassende Potenzialanalyse geeignet, die dem Land, den Baubezirksämtern, Gemeinden und anderen Organisationen die Handlungsoptionen aufzeigt und als Planungsgrundlage dienen kann. So ließe sich beispielsweise heute feststellen, dass in einer Gemeinde in spätestens 20 Jahren der fragliche Leitungsstrang saniert werden müsste, sodass schon heute auf kommunal- und landespolitischer Ebene dieses Ziel anvisiert werden könnte.

Durchführung detaillierter Erhebungen und Erkennen von Rahmenbedingungen

Auf Basis einer gesamthaften Betrachtungsweise der jeweiligen Wasserversorgungsanlagen werden im Rahmen eines Pilotprojektes zunächst die Trinkwasserkraftpotenziale von acht ausgewählten Gemeinde- und Genossenschafts-Wasserversorgungsanlagen ausgewiesen.
Ergänzend werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen, Fördermöglichkeiten und die Bedeutung von Trinkwasserkraftwerken im nationalen sowie internationalen Kontext beleuchtet.
Eine Grobkostenkalkulation für bis zu vier vielversprechende potenzielle Trinkwasserkraftwerksstandorte schließt das Pilotprojekt ab.

Weitere Informationen & Kontakt

Karla Billian, M.Sc.
Wasser, Ressourcen
T +43 512 209100
M +43 699 1209 1033
karla.billian@wassertirol.at